Eine Fußbodenheizung liegt Jahrzehnte im Boden. Was dort falsch liegt, bleibt falsch liegen. Die gute Nachricht: Fast alle Fehler, die uns in der Beratung begegnen, passieren nicht auf der Baustelle, sondern am Schreibtisch davor.
1. Die Aufbauhöhe wird geschätzt statt gemessen
Ohne die tatsächlich verfügbare Höhe lässt sich kein System auswählen. Gemessen wird gegen fertige Oberkante – einschließlich Bodenbelag, Kleber und Ausgleich.
2. Die Dämmung unter der Rohrträgerplatte wird vergessen
Reine Rohrträgerplatten bringen keine Dämmung mit. Wärme- und Trittschalldämmung gehören zwingend darunter, und diese Schichten kommen zur genannten Aufbauhöhe hinzu. Wer damit nicht rechnet, verliert mehrere Zentimeter.
3. Der Verlegeabstand wird überall gleich gewählt
Ein Bad braucht mehr Wärme als ein Schlafzimmer, eine Außenwandzone mehr als die Raummitte. Ein einheitlicher Abstand über die ganze Wohnung führt zu Räumen, die nie richtig warm werden – und zu anderen, die überheizen.
4. Zu große Flächen auf einem Heizkreis
Wird die maximale Rohrlänge je Kreis überschritten, steigt der Druckverlust so weit an, dass das Ende des Kreises kalt bleibt. Als grober Anhalt gilt ein Heizkreis je 10 bis 15 m², je nach Verlegeabstand.
5. Der Verteiler ist zu klein gekauft
Ein Abgang zu wenig, und die Planung fällt zusammen. Die Zahl der Heizkreise steht am Ende der Planung fest – nicht am Anfang.
6. Der Randdämmstreifen wird zu früh abgeschnitten
Er muss die thermische Ausdehnung des Estrichs aufnehmen können. Abgeschnitten wird erst, wenn der Bodenbelag liegt.
7. Ohne Druckprüfung einestricht
Nach dem Estrich ist jede Leckage ein Bauschaden. Die Dichtheitsprüfung vor dem Einbringen ist der billigste Schritt des ganzen Projekts.
8. Nicht sauerstoffdichtes Rohr
Rohr ohne Sauerstoffsperrschicht bringt über Jahre Sauerstoff ins Heizungswasser. Die Folge sind Korrosion und Schlamm in Pumpe und Kessel. Alle Rohre nach DIN 4726 haben diese Sperrschicht.
9. Kein hydraulischer Abgleich
Ohne ihn bekommt der kurze Kreis zu viel Wasser und der lange zu wenig. Das Ergebnis spürt man im Raum – und auf der Abrechnung.
10. Der Bodenbelag wird zuletzt ausgesucht
Der Belag bestimmt mit, wie viel Wärme im Raum ankommt. Dickes Holz oder ein hoher Teppichaufbau können die Auslegung deutlich verändern. Er gehört in die Planung, nicht ans Ende.
Unsicher bei einem dieser Punkte? Schick uns deine Pläne – wir schauen drüber, bevor etwas im Estrich verschwindet.
