Es gibt in einem Fußbodenheizungsprojekt genau einen Moment, in dem ein Fehler noch nichts kostet: solange das Rohr offen liegt. Danach liegen mehrere Zentimeter Estrich darüber, und aus einem losen Klemmring wird eine aufgestemmte Wohnung.
Wann geprüft wird
Wenn alle Kreise verlegt und am Verteiler angeschlossen sind – und bevor der Estrichleger kommt. Der Druck bleibt während des Einbringens auf der Anlage stehen. So zeigt sich sofort, wenn beim Estricheinbau ein Rohr beschädigt wird.
Der Ablauf
- Alle Heizkreise am Verteiler öffnen.
- Anlage befüllen und gründlich entlüften. Luft im System verfälscht jede Druckmessung – sie lässt den Druck fallen, ohne dass etwas undicht ist.
- Mit der Prüfpumpe den Druck aufbauen und halten.
- Alle Verschraubungen am Verteiler abgehen, jede Anbindung trocken wischen und nach einiger Zeit erneut prüfen.
- Ergebnis im Prüfprotokoll festhalten, mit Datum und Unterschrift.
Was du dazu brauchst
Eine Druckprüfpumpe mit Manometer und einen Schlauchanschluss am Verteiler. Für ein einzelnes Projekt reicht ein einfaches Gerät; wer regelmäßig baut, greift zur stabileren Ausführung.
Worauf du achten solltest
Ein Druckabfall ist nicht automatisch ein Leck. Sinkt die Temperatur im Rohbau über Nacht, sinkt auch der Druck – das ist Physik, keine Undichtigkeit. Deshalb gehört die Temperatur mit ins Protokoll. Bei Frostgefahr wird nicht mit Wasser geprüft.
Prüfdruck und Prüfdauer richten sich nach der Vorgabe deines Systemherstellers und der einschlägigen Norm – die Werte stehen im Datenblatt deines Systems und im Prüfprotokoll. Halte dich daran, nicht an Faustwerten aus dem Internet.
Fragen zum Ablauf? Ruf uns an oder schreib uns – wir haben das oft genug begleitet.
